Haben Steinzeitmenschen auch schon mit bunten Farben gemalt?

Ocker — Bunt durch die Steinzeit

 

Ocker bezeichnet verschie­dene Gemi­sche aus Ton, Erde, Mine­ra­lien und Gesteinen. Er kann rot, orange, gelb oder sogar violett sein. Für die Farb­ge­bung sind chemi­sche Verbin­dungen verant­wort­lich ‒ Eisen­oxide und Eisen­hy­dr­o­xide. Der welt­weit häufigste Farb­stoff dieser Eisenoxid-Minerale ist der Hämatit. Er sorgt für eine kräf­tige rote Färbung. Der Haupt­be­stand­teil von gelbem Ocker ist da gegen der Goethit.

Die Farb­ge­bung kann durch Mischen der Pigmente verän­dert werden, was schon die Menschen in der Altstein­zeit nutzten. Trocknet Ocker durch extreme Hitze aus, kann er auch natür­lich die Farbe ändern. Roter Hämatit wird dadurch z. B. violett. Bereits der Homo erectus zerrieb Ocker zu Pulver und benutzte es verein­zelt als Farbe. Doch erst ab 60 000 Jahren vor heute finden sich in Europa zahl­reiche Belege. Rot war die am häufigsten genutzte Farbe, darauf folgt aus Holz­kohle und Asche gewon­nenes Schwarz.

Rötel­stein, Fundort Oelknitz, jüngere Altsteinzeit

Die Farben wurden u. a. zur Verzie­rung von Häuten/Fellen und zur Färbung von Haar und Klei­dung verwendet. Rote Farb­rück­stände an Stein- und Gewei­h­ob­jekten, Schne­cken und Muscheln weisen auf die Färbung von Werk­zeugen und Schmuck­ge­gen­ständen hin.

Roter Ocker konnte auch zum Gerben von Tier­häuten einge­setzt werden sowie als Schutz vor Sonne und Insekten.

In schrift­li­chen Über­lie­fe­rungen histo­ri­scher Kulturen wird auch eine medi­zi­ni­sche Verwen­dung von Ocker beschrieben, was mögli­cher­weise bereits den Menschen der Altstein­zeit bekannt war.

Ocker wurde aller­dings nicht nur als Pulver genutzt. In Afrika weisen frühe Funde von Ocker­stü­cken die ersten geome­tri­schen Ritzungen über­haupt auf. Einige durch­lochte Stücke in Europa wurden viel­leicht als Schmuck­an­hänger verwendet.
Es war also nicht nur der Farb­stoff, sondern auch das Rohma­te­rial bedeutsam für die Menschen der Altsteinzeit.

 

 

> Tipp: Wenn du Probleme mit dem Ankli­cken der Länder hast, verwende die Computermaus.

 

Wie groß ein Mammut werden kann, erfährst du hier.