Wer schon einmal einen Workshop zur Bernsteinbearbeitung bei uns im Museum besucht hat, der hat schnell herausgefunden: Bernstein riecht, wenn er warm wird.
Wenn man bedenkt, dass Bernstein eigentlich das Harz von Bäumen ist, wundert das nicht mehr so sehr. Viele Nadelbäume und auch manche Laubbäume produzieren Harz. Die darin enthaltenen ätherischen Öle riechen ‒ das merkt ihr, wenn ihr z. B. einen frisch gefällten Baum (Weihnachtsbaum) zu Hause habt. Das Harz ist wie ein Pflaster für den Baum. Wird er verletzt, so quillt es aus der wasserführenden Schicht (Kambrium) nach außen. Hier wird es langsam hart und schützt den Baum so vor Eindringlingen.
Harze werden bis heute vom Menschen genutzt. Weihrauch und Myrrhe, die im Krippenspiel dem Jesusknaben geschenkt werden, sind sehr teure Harze, die ‒ wegen ihres Duftes ‒ zum Räuchern verwendet werden. Auch Bernstein ist brennbar. Harze werden auch heute noch als Klebstoff und sogar als Kaugummi verwendet.
Damit aus dem Harz Bernstein wird, braucht es aber Millionen von Jahre. Viele der heute gefundenen Bernsteine stammen von Bäumen, die vor 66‒1,6 Mio. Jahren lebten. Es gibt aber auch fossile Harze, die schon 310 Mio. Jahre alt sind.

Bernstein ist meist hellgelb und klar. Durch Staub und Luftbläschen kann sich seine Farbe stark verändern. Sie reicht von Weiß über Gelb bis hin zu Rot.
Liegt Bernstein lange Zeit ungeschützt an der Luft, verfärbt er sich rot. Um ihn vor den Zerfall zu bewahren, muss Bernstein feucht und vor direkter Sonnenstrahlung geschützt im Boden lagern.
Reiche Bernsteinfunde in Thüringen stammen aus den bronzezeitlichen Hügelgräbern von Schwarza. Die ältesten bekannten Bernsteinfunde aus Norddeutschland sind ca. 6.000 Jahre alt und entstanden in der Jungsteinzeit. Schon damals war er ein beliebter Schmuckstein, weil er leicht zu bearbeiten ist. Durch Schleifen konnte der Bernstein in die gewünschte Form z.B. Anhänger oder Perle gebracht werden. Beim Schleifen entsteht Hitze, die die ätherischen Öle verdampfen lässt. Das riecht man dann.