Wie konnte man Speer und Spitze zusammenkleben?

Birkenpech — Der Heißkleber der Steinzeit

Bereits der Nean­der­taler verwen­dete Birken­pech. Die ältesten bekannten Nach­weise dieses Kleb­stoffes stammen aus Campi­tello (Ober­ita­lien) und sind 200 000 Jahre alt. Seitdem diente der schwarze, kleb­rige und stark riechende Stoff dazu, verschie­dene Mate­ria­lien zusam­men­zu­halten. In Mittel­eu­ropa belegt ein Fund aus König­saue bei Aschers leben die Verwen­dung des Klebers bei den Nean­der­ta­lern in der Zeit zwischen ca. 80 000 und 48 000 Jahren vor heute. Das kleine Stück Pech diente zur Messer­schäf­tung und trägt Fingerabdrücke.

Erwärmt man Birken­pech, so ist es weich und zähflüssig. Erkaltet es, bildet es eine harte Masse. Somit konnte es verwendet werden, z. B. um Knochen­spitzen an Speeren zu befes­tigen, Feuer­stein­klingen zu schäften oder Gefäße abzudichten.

Zur Herstel­lung benö­tigt man Birken­rin­den­stücke, die man unter Ausschluss von Sauer­stoff auf 350 bis 500 °C erhitzt.

Anwen­dungs­mög­lich­keiten
• Kleben
• Schmieren
• Kalfatern
• Konservieren
• Feueranzünder
• Heilen