Brennnesseln — ein wahrer Schatz!

Entdecke ein echtes Steinzeitgeheimnis — Schnüre und Stoffe aus Brennnesseln

Ob zum Fallen­stellen, Tragen oder um Klei­dung zu vernähen – Schnüre und Sehnen waren wich­tiger Bestand­teil des altstein­zeit­li­chen Lebens. 41 000 bis 52 000 Jahre alte Funde aus dem Abri du Maras (Südost­frank­reich) weisen darauf hin, dass bereits der Nean­der­taler Schnüre verz­wirnte. Spätes­tens mit der Erfin­dung von Nähna­deln, deren älteste Nach­weise mit ca. 40 000 Jahren aus der russi­schen Altai­re­gion stammen, ist die Verwen­dung gedrehter Schnüre gesi­chert. Sie waren essen­ziell für die Herstel­lung wärmender Kleidung.

Je nach Stärke und Belast­bar­keit wurde z. B. Bast der Linde, Ulme, Eiche, des Apfel­baumes, aber auch Rohr­kolben, verschie­dene Gräser und Brenn­nes­seln zur Ferti­gung von Schnüren verwendet. Beson­ders die langen Brenn­nes­sel­pflanzen (Urtica dioica) eignen sich gut für die Schnur­her­stel­lung. Die ältesten Belege für ihre Nutzung finden sich in den jung­stein­zeit­li­chen Sied­lungen am Bodensee. Die ältesten Stoffe aus diesen Pflan­zen­fa­sern stammen aus der Bron­ze­zeit – am Fundort Lusehøj (Däne­mark) wurden 2800 Jahre alte Stoff­reste aus Brenn­nessel geborgen. Sie gehörten zu einer reichen Bestat­tung, der Stoff selbst wurde vermut­lich im über 1000 km entfernten Öster­reich hergestellt.

Probiere, ob du selbst eine Schnur herstellen kannst: