Römisch Kochen im Mortarium

Welche leckeren Speisen konnte man in diesen Mörsern zubereiten?

Im 3. Jahr­hun­dert nach Christus kamen durch römi­schen Einfluss neue Küchen­ge­räte nach Thüringen.

Diese soge­nannten Mort­arien waren viel­fältig einsetzbar. Ihre raue Ober­fläche dient dem Zerklei­nern von Kräu­tern, wie in einem Mörser. Der breite Ausguss ermög­licht es auch flüs­sige Gerichte zuzubereiten.

Zu unserem großen Glück gibt es mehrere Rezepte aus römsi­cher Zeit, die von antiken Autoren aufge­schrieben wurden. Eines der berühm­testen Gerichte ist ein einfa­ches Früh­stück namens Moretum. Wenn du magst, kannst du es ja einmal probieren. Es ist schnell zube­reitet und schmeckt auch Abends mit frischem Brot ganz herrlich!

Moretum

römisches Frühstück

1 Feta­käse (Schaf oder Ziege)
1 Schuß Olivenöl
5 oder mehr Zehen Knoblauch
Sellerieblätter
4 Teelöffel Weiß­wein­essig (20ml)

„Tu in einen Mörser [Mortarium] Bohnen­kraut, Minze, Weinraute,
Kori­ander, Eppich, Schnitt­poree oder in Ermangelung
dessen frische Zwiebel, Blätter von Lattich und
Rauke, grünen Thymian [oder] Katzen­minze sowie grünen
Polei [-Minze]; dazu gib frischen gesal­zenen Käse;
reibe alles gründ­lich durch-einander und rühre dann Pfef­fer­essig hinein.

Nach dem Anrichten dieser Mischung auf einer Schüssel
gieße Öl darüber.

Ein anderes Rezept:

Stampfe die oben genannten Grün­kräuter, reibe dann
Walnuß­kerne in belie­biger Menge darunter, rühre etwas
Pfef­fer­essig hinein und gieße Öl darauf.

Drittes Rezept:

Reibe leicht gerös­teten Sesam mit den oben
genannten Kräu­tern zusammen,rühre wie vorher etwas
Pfef­fer­essig hinein und gieße Öl darüber…“

Colu­mella, De re rustica 12, 59, 1–3
(1. Hälfte 1. Jahr­hun­dert n. Chr.)
Über­set­zung K. Ahrens