Die ältesten Fundmünzen aus Thüringen stammen aus der sogenannten Latènezeit im 2. Jh. v. Chr. Sie wurden geprägt von Menschen, die keltischen Stämmen angehörten. Ihre Entstehung geht vermutlich auf den Handel mit den Kulturen des Mittelmeerraumes zurück. Das dort bereits etablierte Münzwesen erschwerte den in Mittel- und Nordeuropa gängigen Tauschhandel und könnte so die Prägung eigener Münzen begünstigt haben.
Die Herstellung orientierte sich an den mediterranen Vorbildern: Zunächst wurden Schrötlinge aus Edelmetall geschmolzen. Diese in Gewicht und Reinheit normierten Münzrohlinge wurden dann durch einen Hammerschlag auf einem oder zwei meist eisernen Münzstempeln geprägt.

Die ältesten Münzen in Mitteleuropa waren aus Gold, ihre Produktion reicht bis in das 3. Jh. v. Chr. zurück. Sie sind schlicht verziert und tragen keine Inschriften. Vermutlich waren sie vor allem durch ihr Material wertvoll. Ihre Form, der sie auch ihren Namen verdanken, erinnert an eine kleine Schüssel ‒ man nennt sie Regenbogenschüsselchen. Denn solche Münzfunde wurden früher vor allem entdeckt, wenn starker Regen die aus der Erde hochgepflügten alten Goldstücke frei wusch. So entstand die Legende vom Gold am Fuße des Regenbogens und der Volksglaube, dass bei diesem Wetterphänomen auch Goldstücke vom Himmel regnen könnten.
Im 2. Jh. v. Chr. treten dann immer mehr Silberprägungen auf. Ihre Münzbilder sind stark von griechischen Vorbildern beeinflusst und zeigen z. B. stark stilisierte Kopien galoppierender Pferde oder Portraits Alexanders des Großen mit Löwenmähne.
Mit dem Verschwinden der keltischen Kultur in Thüringen endete auch die Tradition der Münzenprägung. Erst mit dem Vordringen der Römer kamen importierte Münzen in das nun germanische Einflussgebiet. Diese wurden jedoch eher als Tauschobjekte und nicht als tatsächliche Zahlungsmittel genutzt.