Wie bekommt man Eisen in der Eisenzeit?

Eisenerz im Rennofen

Eisen zählt zu den am häufigsten vorkom­menden Metallen auf der Erdober­fläche. An der Ober­fläche hat es einen Anteil von 6%. Auf dem gesamten Planeten macht es sogar 28,8 % aller Elemente aus. Reines Eisen, z. B. in Form von Meteo­riten, ist aller­dings selten. Häufig kommt es als Erz vor. In Mittel­eu­ropa war Rasen­ei­senerz eine leicht zugäng­liche Rohstoff­quelle. Der soge­nannte Rot- oder Braun­ei­sen­stein liegt nur wenige Zenti­meter unter der Erdober­fläche und kann leicht gesam­melt werden.

Für die Verar­bei­tung muss das Erz zunächst „geröstet“ werden, d. h. durch offenes Feuer werden Schwe­fel­ver­bin­dungen im Erz verbrannt. Anschlie­ßend werden die Brocken zerklei­nert. Sie werden mit der glei­chen Menge an Holz­kohle in den Schacht eines Renn­ofens geschichtet. Mit Hilfe der Düse und Blase­bälgen wird Luft und in den Ofen geblasen. Dank des Sauer­stoffes in der Luft können im Inneren Tempe­ra­turen bis 1300 °C erzeugt werden. Doch das reicht noch nicht aus, um reines Eisen zu gewinnen. Hierfür braucht man eine Schmelz­tem­pe­ratur von 1540 °C. Statt­dessen wird nach mehreren Stunden im Renn­ofen Fließ­schlacke erzeugt, die sich am Boden des Ofens sammelt ‒ die soge­nannte Luppe. Um an dieses Gemisch aus Eisen, Schlacke und Holz­kohle, zu gelangen, muss der Ofen zerstört werden. Durch Hämmern/Schmieden wird die Luppe weiter verarbeitet.

Nachbau eines frei­ste­henden Rennofens